Bis die Füße bluten

 

16.02.2013: Eilenriedemarathon in Hannover 

Zusammen mit meiner Frau und Andi sind wir um 11.00 Uhr den 1.Eilenriedemarathon in Hannover angegangen.

Bis zur Hälfte liefen Andi und ich gemeinsam, danach musste ich leider abreissen lassen, da man mangelndes Training

eben nicht schönreden kann. Kurze Zeit später verlief ich mich zum ersten Mal bei einem Marathon. Dabei überholte mich

noch ein Ordner mit dem Fahrrad und versicherte mir, dass ich richtig bin, bis ihm irgendwann einfiel, dass ich doch umdrehen

sollte. Tolle Wurst. Zu meiner Überraschung tauchte kurz später Andi hinter mir auf. "Wie hab ich dass gemacht" dachte ich mir. 

Andi hatte sich auch verlaufen. Von da an war ich total frustriert und Schmerzen kamen auch noch dazu. So lief ich den Rest des

Weges allein und im Schneckentempo, sodass dann meine schlechteste Zeit (ausgenommen Sondersahusen) bei einem Marathon

harauskam.

Trotzdem hat es Spaß gemacht (mit Andi hat man immer was zu lachen) und es war mal eine andere Erfahrung. 

 

 

27.04.2014:Hannover Marathon

 

           

11.05.2014: Mainz-Marathon

Zusammen mit meiner Frau trat ich die Reise zu unserem Freund Lutz Steppke nach Mainz an.

Nachdem wir einen schönen Samstagabend verbracht hatten, aß ich das erste Mal morgens vor dem Marathon kalte Nudeln.

Das war Lutz' Ritual vor dem Marathon.

Das Wetter war äußerst bescheiden und mit meinem Betreten der Startlinie fing es wie aus Eimern an zu schütten.

Dies wiederholte sich alle 30 Minuten. War wirklich gräßlich und extrem unangenehm. Aber wer ein Mann ist.... Uaaaaaa

Nach Hannover vor 2 Wochen setzte ich mir als kleines Ziel unter 4 Stunden zu laufen.

Hatte ich doch in letzter Zeit nicht so viel trainiert, lief es wirklich gut. Nur die letzten paar Kilometer schmerzten. Aber das

muss ja auch so sein.

Letztendlich lief ich mit einer 3:55:52 über die Ziellienie und ich war überascht das es doch so gut ging.

     

 

10.08.2014: Tritathlon Mitteldistanz (1,9-90-21) in Wilhelmshaven

Nach vielen Trainingskilometern (Schwimmen ca. 36, Rad ca. 2000) habe ich meine erste Mitteldistanz gefinisht.

Es war ein super Wochenende mit tollem Wetter und einem Klasse Wettkampf. Ich bin in 5:44:31 sogar unter 5;45 geblieben.

Das Schwimmen war sehr hart, da viele Wellen waren. Radfahren war totel gut und Laufen lief nicht so wie erhofft aber

noch gut.

 

12./13.06. 2015: 100 km von Biel

                                                                                                    Die Nacht der Nächte

Schon nach ca. 5km habe ich gemerkt, dass es für mich viel zu warm war und ich überhaupt nicht fit gewesen bin. Mein Kopf fühlte sich hier schon heiß an.

Nach 15km bei VP (Verpflegungspunkt) Kappelen war ich schon ganz schön fertig und in Aarberg Km 18 sagte ich zu meinem Laufkumpel Andi:“ Ich bin schon total fertig, Alter.“ Das kann doch nicht sein, da laufe ich so viele Marathons in der Vorbereitung, u.a. 50km Harzquerung, wo ich total fit war und gut ins Ziel kam, und hier und heute, als es drauf ankam, war ich schon nach 18km fertig. Mein Körper war total ok, nur sagte mir irgendwie mein Kopf „nein“, es geht nicht mehr. Noch nie hatte ich nach 20km schon Gehpausen einlegen müssen. Wie soll ich jetzt noch ca. 80km schaffen???. Andi baute mich auf, sagte mir immer wieder, „komm Junge das geht vorrüber....“ Ich schleppte mich von VP zu VP. Bei Scheunenberg, Km 30,5, traf ich zum ersten Mal meine Frau. Ich sagte ihr, dass ich schon ganz schön kaputt bin, aber ich muss weiter machen. Die Dunkelheit machte mir sehr zu schaffen. Irgendwie kommt dir da jeder Schritt doppelt schwer vor und du bist gefühlt schneller als du wirklich läufst.

Vorher dachte ich, so bis km 60 wird es schon gehen und dann wird es eben hart, ist ja auch kein Kindergeburtstag. Aber das hatte ich nicht erwartet. Es waren auch immer wieder sehr lange Anstiege, die dich im Kopf fertig gemacht haben.

Ab km 40 ging es mir besser, allerdings hatte nun mein Laufkumpel eine große Schwächephase. Auf einmal hörte er neben mir auf zu laufen und sagte: „Ich schlafe gleich ein.“ Was dachte ich, du schläfst im Laufen ein??? Ja, er musste sich erstmal setzen... Dann trafen wir bei km 47,5 in Jegenstorf meine Frau und Andi setzte sich erstmal ins Auto und döste ein bischen. Unglaublich dachte ich, wie soll das noch weitergehen, das schafft er niemals.

Nun begannen die Km, wo sich Andi wiederholt übergeben musste. Immer wenn er etwas trank, musste er brechen, konnte aber anschließend gleich weiterlaufen. So zogen wir Km über Km durchs Berner Land.

Ich denke mal es war so um km 60, als es uns beiden, ich will nicht sagen gut ging, aber wir waren auf der Höhe und liefen die flachen und die bergab Passagen. Bei den Anstiegen legten wir Gehpausen ein. So ging es ganz gut. Ungefähr so: 3km laufem, 1km gehen oder so in etwa.

Als irgendwann am Morgengrauen die Sonne aufging, waren wir eigentlich ganz gut bei der Sache. Wir hatten uns schon lange vorher von irgendwelchen Zeitvorstellungen verabschiedet und wollten nur noch ins Ziel kommen. Dann trafen wir immer die gleichen Leute, und schwätzten auch ein bischen, so war es ok.

Leider ging es wohl Andi inzwischen so gut, dass er ein für mich etwas zu hohes Tempo wählte und ich bekam so ab km 80 Probleme. Mittlerweile schien auch wieder die Sonne und mir ging es so, als würde es von Km zu Km um 10 Grad wärmer werden und mir viel es immer schwerer. Immer wieder musste ich das Laufen unterbrechen und Gehpausen einlegen.

Bei Büren an der Aare, Km 87,5, trafen wir zum letzten mal meine Frau. Ich musste mich kurz hinsetzen und mich ausruhen, ich war wirklich fast am Ende. Sie sagte, dass sie zum Ziel fährt und ich durchhalten solle. Den nächsten VP bei Km 91 erreichten wir mit mal laufen und mal gehen. Ich wählte das Tempo und irgendwie bekam ich Angst, das noch was passiert, meine Kraft schien mich zu verlassen. Kurz vor dem VP fragte ich Andi bei welchem Km wir sind, meine Uhr hatte schon den „Geist“ aufgegeben, und er sagte mir Km 92. Beim VP fragte ich nach und mir wurde gesagt, dass wir erst bei KM 91 sind. Ich guckte Andi an und sagte nur: „Du Penner, erst 91 und nicht 92.“ Noch nie in meinem Leben hatte 1 Kilometer so eine Rolle gespielt, hatte 1 Kilometer eine solche Wirkung auf meinen Zustand. Ich brach vom Kopf her total zusammen und konnte nicht mehr Laufen. Vom Gefühl her war es so, als wenn ich zwar noch etwas laufen könnte, aber Angst hatte zusammmen zu brechen oder wenn ich dann aufhöre zu laufen umfallen würde. Also entschloss ich richtigerweise die letzten 9 Km nur noch zu gehen. Das hatte ich noch nie gemacht. Es widersprach immer meiner Philosophie und meiner Einstellung zum Laufen, längere Abschnitte zu gehen oder nur noch zu Ende zu gehen. Aber um mich herum ging es kaum einem besser als mir, fast alle gingen nur noch oder liefen nur noch sehr kurze Abschnitte.

Es waren die längsten KM meines Lebens. Ich kann mich noch erinnern, dass wir bei Km 95,5 zum VP kamen und dann dachte ich, „das gehst du jetzt nach Haue, das schaffst du.“ Dann kam das Schild Km 96 noch 4 Km. Und rechts am Rand stand eine Bank, Andi fragte ob ich mich kurz setzen wolle, er war mittlerweile wieder fit und hätte noch laufen können, blieb aber dankbarerweise bei mir. Ich setzte mich kurz, stand aber gleich wieder auf, weil mir schwindelig wurde. Ich musste gehen, einfach nur gehen. Die Sonne brannte erbarmungslos und noch nie war ich mir so unsicher, ob ich es bis ins Ziel schaffen würde. Ich befürchtete umzufallen. Bei Km 96 oder 97... Das wäre ja eine Katastrophe gewesen.

Dann das Schild KM 98 und klick, ich wusste es. „AAAAAAndi“, „wir schaffen“ es. Wir klatschten uns kurz ab und ich war wieder in der Lage ein Foto von dem Schild zu machen. Auch vom Km 99-Schild machten wir noch ein Foto. Da ich nicht gehend ins Ziel kommen wollte, fing ich ca. 500m vor dem Ziel wieder an zu laufen.

Dann die letzte Kurve, durch das Zelt, wo schon andere Läufer saßen und uns anfeuerten. Ich bog um die Kurve, sah das Ziel und direkt dahinter meine Frau mit userem Hund sitzen. Ich glaube sie weinte. Mir schosssen auch gleich Tränen ins Gesicht und wir waren da. Wir hatten die „Nacht der Nächte“ geschafft und die 100Km von Biel geschafft!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

 

 

17.07.2018: Ironman in Roth

Das Rennen meines Lebens

 

Ich bin hochzufrieden. Ich habe mein Primärziel und auch mein Sekundärziel geschafft. Mit einer Zeit von 12:32:05 sogar deutlich unter 13 Stunden. Für ambitionierte Triathleten ist die Zeit eher schwach, für mich ist sie absolut Top. Nie habe ich gedacht, dass ich einen Ironman mal so gut schaffe. Ich habe 3 Disziplinen in einem Wettkampf geschafft, von denen ich nur eine wirklich beherrsche. Schwimmen empfand ich immer als notwendiges Übel, jeder muss Schwimmen können und gut. Ich gehe nicht gerne Schwimmen, ab und zu mal ins Schwimmbad mit der Familie vielleicht, das war es aber auch schon. Und jetzt habe ich intensiv monatelang etwas trainiert, was ich eigentlich gar nicht mag. Nur die Herausforderung, etwas zu schaffen, was mir unmöglich erschien, hat mich angetrieben. Und jetzt bin ich 3,8km geschwommen in einer für mich akzeptablen Zeit von 1 Stunde 25 Minuten. Zwar bin ich nicht so viel gekrault wie ich mir vorgenommen hatte, aber es ist für mich ok.

Auch das Radfahren ist für mich gut verlaufen. Auch damit bin ich sehr zufrieden. Natürlich konnte ich vorher auch schon Radfahren, aber nicht in diesem Ausmaß. Ich habe mir besonders beim Radfahren alles selber erarbeitet. Bin zigmal alleine mit dem Rad los, um Kilometer und Stunden abzureißen. Nur um mich dieser Herausforderung zu stellen. Und nun bin ich das erste Mal im Leben 180km am Stück Rad gefahren. Vorher visierte ich so 6 Studen 30 Minuten an, mit meiner Zeit von 6 Stunden 27 Minuten lag ich also genau in dem von mir vorgenommenen Bereich. Monatelang habe ich mich immer mehr an diese Distanz ran gearbeitet, um nun fast beschwerdefrei diese Distanz im Wettkampf zu schaffen. Es lief eigentlich sogar besser als Gedacht, denn im Training hatte ich oftmals große Schwächen auf dem Rad. Ich konnte nicht richtig Sitzen, hatte Schmerzen und war oftmals total erschöpft. So gab es für mich sowieso nur das Ziel, irgendwie diese 180km zu überstehen und wenn möglich noch Reserven zu haben. Dies ist mehr als eingetreten, von daher bin ich auch hier mit mir im Reinen.

Lediglich beim Laufen hadere ich etwas mit mir. Vielleicht hätte ich noch ein kleines bischen mehr rausholen können, hätte noch ein paar Minuten schneller sein können und so statt der gelaufenen 4 Stunden 23 Minuten vielleicht eine 4:15 zu schaffen. Dann wäre ich insgesamt sogar unter 12:30 Stunden geblieben. Aber beim Laufen denke ich oftmals hinterhehr, dass ich noch hätte schneller sein können, man vergisst einfach, wie erschöpft man während des Wettkampfes war. Ich war schon ganz schön platt zwischendurch, also wird das so schon in Ordnung gewesen sein, sonst hätte ich ja schneller gemacht. Außerdem war es ja extem warm, was mir ja nun so gar nicht liegt. Beim Marathon kann ich eigentlich meine Zeit vorher gut einschätzen, aber bei einem Ironman? Das schien mir nicht möglich. Ich wusste ja nicht was mich erwartet. So dachte ich vorher vielleicht an eine Zeit von 4:15, es hätte aber auch 4:00 oder auch 4:30 sein können. Was, wenn ich total eingebrochen wäre, wie es schon öfter bei einem  Marathon der Fall war? Dies ist nicht passiert und ich bin gut durchgekommen. Außerdem habe ich mir während des Rennens auch vorgenommen möglichst viel zu genießen und das hätte ich nicht können, wenn ich am Ende meiner Kräfte gewesen wäre. Ich wollte nicht fluchen „so ein Scheiß, wann ist das endlich zu Ende hier“, „Wie lange denn noch, ich kann nicht mehr“, ich wollte  es genießen und das habe ich getan. So kann ich auch mit dieser Disziplin im Reinen sein.

Zusammenfassend kann ich also total zufrieden sein mit dem Wettkampf. Ich habe das noch übertroffen, was ich mir vorgenommen habe. Noch dazu war das Wetter toll und meine Tagesform auch. Was wäre gewesen, wenn es den ganzen Tag geregnet hätte? An meinem Tag.? Nicht auszudenken. Oder ich wäre krank geworden und hätte den Wettkampf nicht antreten können? Oh mein Gott. Wie oft dachte ich daran: „Werd bloß nicht krank“. Wie oft habe ich den Wetterbericht gelesen... All das, alle Faktoren haben gepasst, waren an diesem Tag auf meiner Seite, so dass ich jetzt sagen kann:“Ich bin ein EISENMANN. Ich bin mit mir im Reinen!!!

 

Langfristige Ziele:

100km von Biel --> erledigt am 12./13.06. 2015

Ironman in Roth --> erledigt am 17.07.2016

 

 

 

Von nichts kommt nichts

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